Konferenz: Re-Thinking Marx

Das Programm der Internationalen Konferenz „Re-Thinking Marx“, die vom 20.-22. Mai an der Humboldt-Uni in Berlin stattfindet, ist veröffentlicht. Mit dabei sind u.a. Rainer Forst, Axel Honneth und Hartmut Rosa (Auswahl ist rein subjektiv und willkürlich). Mehr Informationen finden sich auf der Homepage der Konferenz.

Advertisements
Veröffentlicht unter Tagungen, Wissenschaft intern | Verschlagwortet mit , , , , | 2 Kommentare

Stelle: Juniorprofessur für Politische Theorie in Trier

Die Universität Trier schreibt eine auf zunächst drei Jahre befristete Juniorprofessur im Bereich der Politischen Theorie aus, die bei entsprechenden Evaluierungsergebnissen mit tenure track verknüpft ist. Lehrengagement in Bachelor-, Master- und Promotionsstudiengängen werden genauso erwartet, wie eine verklausulierte Residenzpflicht in Trier. Anyway, tenure track! Als Bonus winkt Winfried Thaa als Institutskollege. Alles weitere findet sich in der Ausschreibung (via academics).

Veröffentlicht unter Stellenausschreibungen, Wissenschaft intern | Verschlagwortet mit , , , | 2 Kommentare

Angemessene Verteidigungsstrategie?

Vor einigen Wochen habe ich hier über die Rezensionsangst einer israelischen Wissenschaftlerin geschrieben. Diese hat sich über die Besprechung ihres Buches auf Global Law Books dermaßen geärgert, daß sie eine Klage gegen den Herausgeber, Joseph Weiler angestrengt hat. Gestern landete ein Kommentar zu diesem Beitrag in meiner Moderationsliste. Der Kommentator gibt sich als Ehemann der israelischen Wissenschaftlerin, Karin Calvo-Goller, aus und verweist mit seinem Kommentar auf eine von ihm erstellte Seite, welche seine Sichtweise (stellvertretend für die Klägerin) darstellt.

Die verlinkte Seite ist systematisch aufgebaut. Zuerst wird der Hintergrund der Klage dargestellt, also der Briefwechsel zwischen Karin Calvo-Goller und Joseph Weiler, anschließend die Gründe für die Klage aufgeführt: Es galt die Reputation zu schützen, welche durch die Rezension in Gefahr geraten sei. Drittens wird Joseph Weiler ein rüdes Foul vorgeworfen, weil er die interne Auseinandersetzung um die Angemessenheit einer Rezension zu einer Frage der Wissenschaftsfreiheit stilsierte und damit eine öffentliche Kampagne gegen Karin Calvo-Goller losgetreten hätte. Viertens wird der journalinterne Auswahlprozess zu rezensierender Bücher in Frage gestellt und mit einer langen Auflistung möglicher anderer Bücher insinuiert, hier handele es sich mit Karin Calvo-Goller um ein bewußt ausgewähltes Ziel. Gleichzeitig wird die Kompetenz des Rezensenten, der Kölner Rechtswissenschaftler Thomas Weigend, nachhaltig in Frage zu stellen versucht. Abschließend wird die Qualität der Rezension dadurch in Zweifel gezogen, daß ihr einerseits Fehler im Detail nachgewiesen werden und andererseits auf äußerst positive Rezensionen verwiesen wird, die dann von ‚echten‘ Experten verfasst wurden.

So… und nun?

Max Steinbeis nennt – übrigens für genau diesen Fall – schon die Regel, deren Gültigkeit ich bislang auch angenommen habe:

Regel Nr. 1 bei schlechten Kritiken: Cool bleiben, Zorn runterschlucken und NIE NIE NIE gerichtsmäßig werden. Nicht mal andeuten. Nicht mal drüber nachdenken.
Wenn die Kritik aber fies und total unberechtigt ist? Wenn sie einem den Ruf versaut? Einen ruiniert, zerstört, unmöglich macht?
Dann auch. Gerade dann.

Was denkt Ihr? Ist es klug, auf eine negative Rezension zu reagieren oder sollte besser geschwiegen werden, gerade auch, weil eine überzogene Rezension viel über den Rezensenten und wenig über das eigene rezensierte Buch aussagt?

Umfrage


Die Umfrage ist für eine Woche freigeschaltet.

Veröffentlicht unter Fälschungsgruppe Wahlen, Fingerzeig, Kleine Kaffeepause, Wissenschaft intern | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

Meine Glaskugel

Was die Woche so bringen wird, sagt mir meine Glaskugel: Zunächst ist Muammar Gaddafi ab Dienstag reif für einen spektakulären Auftritt mit öffentlicher Selbstentleibung. Nicht so richtig zur Geltung kommt deswegen der Rücktritt von Ministerpräsident François Fillon, der sich dem leuchtenden Beispiel von Michèle Alliot-Marie anschließt und demissioniert. Die Französische Republik wird sich daraufhin – ad fontes – als besonders republikanisch feiern. Das Ganze wird aber ab Mittwoch überlagert von sich verdichtenden Andeutungen, welche Agentur denn nun als Ghostwriter für die Guttenberg-Dissertation tätig war. Nicht Angela Merkel, sondern nur noch Peter Altmaier wird benötigt, um das Rücktrittsgesuch von Guttenberg zu erwirken. Tritt auch nur eine der Vorhersagen ein, habe ich kein wunderschönes T-Shirt gewonnen.

Veröffentlicht unter Kleine Kaffeepause, the occasional popcultural reference | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

Stellenausschreibung: Soziologische Theorie in Hamburg

Die Universität Hamburg schreibt eine W1-Juniorprofessor im Bereich der Soziologischen Theorie aus. Die Lehrbelastung ist mit vier bis sechs Semesterwochenstunden moderat, die W1-Besoldung ist es allerdings auch. Bei anderen Stellenausschreibungen wird zumeist explizit tenure track erwähnt. Das ist hier nicht der Fall. Bewerbungsschluß ist der 07. April 2011. Alle weiteren Details finden sich in der Ausschreibung.

Veröffentlicht unter Stellenausschreibungen, Wissenschaft intern | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

CfPs: Föderales Strukturprinzip

Zwei thematisch verwandte Call for Papers richten sich an Interessierte der Föderalismusforschung auf der Schnittstelle von Ideengeschichte, Staatslehre und komparativer Systemlehre. Beide behandeln mehr oder weniger explizit das föderale Strukturprinzip als Instrument zur Steuerung und Organisation von Herrschaft.

  1. Der erste Call fragt in komparativer Perspektive nach den Formen der Reorganisation dezentraler Herrschaftsformen in Europa. Ausgehend von dem empirischen Phänomen der Dezentralisierung, bspw. in Italien oder Spanien, werden die klassischen Fragen nach Einheit und Vielfalt, Effizienz und Defizienz sowie Sinn und Motiven der Restrukturierung gestellt. Die Tagung läuft unter dem Titel „Restructuring Sub-Central Government in Europe: Convergent or Divergent Paths?“ und findet vom 07.-09. September in Bukarest statt. Sie wird im Rahmen der Veranstaltungen der European Group for Public Administration von Ellen Wayenberg, Sabine Kuhlmann und Martin Laffin organisiert. Termin für ein Paper ist der 30. März 2011. Alle weiteren Details finden sich im Call.
  2. Der zweite Call trägt den Föderalismus explizit im Namen. Hier lädt das Institut für Verfassungsrecht und Geschichte des Politischen Denkens der Universität des Baskenlandes (!) in Bilbao zu einer Internationalen Konferenz mit dem Titel „The Ways of Federalism and the Horizons of the Spanish Autonomic State“. Die Konferenz wird vom 19.-21. Oktober 2011 stattfinden. Gebeten wird um Vorschläge für Vorträge vor allem zu Spanien. Es gibt aber auch eine Sektion, die als Residualkategorie fungiert und sich mit den allgemeinen und aktuellen Herausforderungen des Föderalismus beschäftigen wird. Der Termin für ein Paper ist hier der 31. März 2011. Alle weiteren Details finden sich auch hier im Call (.doc).

Viel Erfolg!

Veröffentlicht unter Call for Papers, Wissenschaft intern | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

Konferenz: Reasons of Love

Die Veranstalter weisen selbst darauf hin: Der Titel der Konferenz ist mehrdeutig.

The relationship between love and reasons for action is highly interesting and complicated. It is not clear how love is related to reason. Love might be a response to certain normative reasons, since it seems fitting to love certain objects. However, love also seems to create reasons and not to be a response to certain appropriate reasons.

Da die Politische Theorie sich ohnehin in den letzten Jahren para-rationalen Sinnressourcen zuwendet und dabei den Wert von Mythen, Symbolen oder Erfahrung hervorhebt, war es nur eine Frage der Zeit, bis die Liebe dran ist. Voilà! Das Philosophische Institut der Katholischen Universität in Leuwen lädt vom 30. Mai bis zum 01. Juni 2011 ein. Ein vorläufiges Programm ist schon erhältlich, mehr Details zu Anmeldung, Unterbringung usw. finden sich auf der Homepage der Konferenz.

Veröffentlicht unter Tagungen, Wissenschaft intern | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

Absteigerliste

Mal etwas abseitig von Politischer Theorie gefragt: Wie sieht es aus mit Fußball? Die Frage nach der Meisterschaft scheint ja entschieden, langweilig und hinreichend durchgekaut… Und trotzdem noch offen. Spannender bleibt für mich die Frage, welcher Verein absteigt, genauer: welcher Verein hoffentlich absteigt. Hier eine Topliste für meine Wunschabstiegskandidaten:

  1. VfL Wolfsburg (wegen Dieter Hoeneß)
  2. VfB Stuttgart (wegen dem gesamten Vorstand)
  3. HSV (pfff!)

Ich stelle fest: Alle meine Gründe sind – im doppelten Wortsinn – unsportlicher Natur. Gegenvorschläge wie immer in den Kommentaren.

Veröffentlicht unter Toplisten | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

Vom richtigen Umgang mit dem Plagiat [Update]

Maliziös sind die Kommentare. FAZ.net, Süddeutsche, der Verfassungsblog und der Theorieblog berichten über den möglichen Plagiatsfall von zu Guttenberg. Spott und Häme zielen aber leider auf den Verteidigungsminister und nur mittelbar auf den Wissenschaftler. Und so geht es dann auch nicht um die diskursive Selbstvergewisserung akademischer Standards, sondern darum, einem eitlen Pfau endlich auch mal eins auszuwischen. Im Deutschlandfunk hat sich gerade jemand dazu geäußert, daß die Reaktionen des Plagiators auf den Plagiatsvorwurf viel über seine Person aussagen würden. Souveränität wäre für eine angemessene Reaktion notwendig. Was das aber, gewendet auf die Kommentare zum Plagiatsfall, über die Kommentatoren aussagt?

Zugegeben, das ist eine ziemlich sauertöpfische Reaktion. Auch mir liegt der eine oder andere Gag auf der Zunge. Aber die gesamte Kritik hat einen schalen Beigeschmack, wenn sie so triumphal daherkommt. Das hat etwas vom gehässigen Pausenhof, wenn es den Ober-Lackel auch mal hinlegt. Keiner lacht über den Sturz, alle lachen gegen ihre narzisstische Kränkung an.

Der vertrauenswürdige Kantianer wäre stolz auf meine moralische Besserwisserei meint dazu, ich soll mich nicht so haben. Erstens steht der Spaß im Vordergrund, zweitens kann es nicht Unrecht sein, Unrecht zu benennen und drittens wäre die Belustigung über Guttenberg allerhöchstens ein moralisches Bagatelldelikt. Also doch sauertöpfisch. Ich denk drüber nach.

Veröffentlicht unter Öffentlichkeit, Fingerzeig, Geplänkel | Verschlagwortet mit , , , | 3 Kommentare

Rainer Forst ist Kantianer

Wer hätte das gedacht? Und vor allem: Hätte ich bei meiner Kant-Umfrage von selbst auf diesen Kandidaten kommen müssen? Jedenfalls ist der Artikel im Theorieblog zum Auftritt von Forst in der Ringvorlesung des Münsteraner SFB und in einer anschließenden Masterclass lesenswert.

Veröffentlicht unter Fingerzeig | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen