Googlen bildet (mich)

Bevor der Abschied ins Wochenende offiziell vollzogen wird, gibt es hier noch was zu lachen: Muriel macht sich auf Überschaubare Relevanz über den Flyer für einen Antirepressionskongreß in Hamburg her.

Lehrreich für mich ist folgender Aspekt über die Antirepressivisten: Da emanzipative Politik sich durch die Infragestellung der bislang gesellschaftlich akzeptierten Grenzziehung von Innen/Außen recht einfach immer neue Felder erschließen kann, möchte man nun auch gegen

theriophobe Ideologeme für die rücksichtslose Durchsetzung von Profitinteressen

kämpfen. Die Theriophobie war mir bislang unbekannt. Aber die Grenzen meiner Wahrnehmung sind ja nicht die Grenzen der Welt von Google (11 Treffer für theriophob). So treten Otfried Höffe zufolge und mit Blick auf die intellektuellen Fähigkeiten von Tieren

im Lauf der Philosophiegeschichte drei Modelle auf. Und das eine von ihnen − es mag theriophil (von griechisch „therion“: Tier) heißen − schätzt die Fähigkeiten der Tiere als hoch und die Differenz zum Menschen als gering ein. Nur das theriophobe oder besser anthropologische Modell sieht die intellektuellen Fähigkeiten des Menschen als exzeptionell an, dass sie den Tieren so schlicht abgesprochen werden (Quelle).

Habe ich also auch noch was gelernt fürs Wochenende. Dem Antirepressionskongreß, Muriel und Google sei Dank. Wochenrückblick!

Apropos Wochenrückblick. Cord Schmelzle hat diese Woche doch glatt was thematisch verwandtes – wenn auch nichts theriophobes, so dann doch leicht philosophobes (Ha! Antirepressivisten, neue Zielgruppe!) – zu den Konsequenzen einer abgedrehten Tierethik geschrieben und meint damit insbesondere Jeff McMahans vorletzten Beitrag in The Stone. Mit dem letzten kehrt dieser die Scherben auf. Ob ihm das überzeugend gelingt, muß jeder selber wissen. Zeit dafür ist ja – am Wochenende.

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4 Antworten zu Googlen bildet (mich)

  1. c.s. schreibt:

    Ich philosophob?! Das verbitte ich mir. Ich kenne sehr anständige Philosophen. Einige meiner besten Freunde sind welche!

    • Don Gomez schreibt:

      Sorry, ich dachte, ich könnte mich hier als großen, philosophilen Gegenpol inszenieren. So als rumble in the jungle der Theriologie (Themenbesetzung eines gerade im Wachsen begriffenen Feldes!). Ist wohl gescheitert…

  2. Muriel schreibt:

    Danke und schön, dass ich helfen konnte.
    Falls es interessiert: Ich kannte den Begriff vorher auch nicht. An das Omegatherion hatte ich vage Erinnerungen, aber ansonsten bin ich im Altgriechischen auch nicht so firm.

    • Don Gomez schreibt:

      Omegatheorion = die letzte Kreatur
      to mega theorion = das große Biest (666)

      Der Thread entwickelt sich noch zum google-gestützten Bildungsgipfel – jedenfalls für mich. Vielen Dank für den Fingerzeig!

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