Nachschlag: Vollverschleierung in Europa

Die Debatte geht weiter: Feisal Mohamed findet (ebenfalls in ‚The Stone‘) eine interessante Antwort auf Martha Nussbaums Beitrag ‚Veiled Threats‘. Er nimmt einige Perspektivverschiebungen vor und zeigt jeweils aus der eingenommenen Perspektive, was individuelle Religionsfreiheit bedeuten kann. Dadurch treten die Spannungen zwischen Individuum und Gemeinschaft, zwischen demokratischem Gleichheitsanspruch und religiös begründeter Ungleichheit, deutlicher hervor, als dies bei Nussbaum bislang der Fall ist. Einfacher wird der Abwägungsprozeß für den demokratischen Gesetzgeber dadurch nicht.

Und bei meinen Überlegungen komme ich auch noch nicht so richtig weiter. Ganz im Gegenteil: Mohamed zeigt durch die Vervielfältigung der Perspektiven, daß, wenn man sich für das Argument der religiösen Freiheit entscheidet, neue Hürden warten. So zum Beispiel der religiös begründete Anspruch des muslimischen Patriarchen, daß seine Frau sich verschleiert – auch eine Form religiösen Dienstes. Die aber schon nicht mehr so einfach mit der freien Religionsausübung zu begründen ist. Jedenfalls von einem liberalen Standpunkt aus, denn in diesem Fall wird im Namen der Religion nicht individuelles Verhalten, sondern das von Dritten beschränkt.

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