Hegeln für den Hausgebrauch

Die Finanzkrise und ihre notwendigen Folgen für die Wall Street: Mit Hegel läßt sich glatt ein Argument zusammen zimmern, warum der Markt und seine Teilnehmer selbst dann doch für die Regulierung ihrer Aktivitäten eintreten sollten. Sagt jedenfalls J.M. Bernstein in The Stone. Warum sie es faktisch dann eher lassen…

  • mit Mandeville: Regulierung wäre vielleicht abstrakt irgendwie vernünftig, führte aber bestimmt zu keinen guten Ergebnissen – allein das egoistische Verhalten bringt Wohlfahrt.
  • mit Thomas Jefferson: Wall Street? Assets? Papiergeld? Wtf? Die Republik ist verloren, wenn die Banker nicht zu Farmern werden.
  • mit Marx: Klassenbewußtsein.
  • mit dem Behavioralismus: der kurzfristige Vorteil überlagert langfristige Nachteile.
  • mit der Verhaltensökonomie a là Richard Thaler: falsche Anreizstrukturen.
  • usw. usf…

Im Autorenprofil von Bernstein findet sich übrigens folgender Satz: In a practical world, motives do not matter: actions do. Ein Schelm wer Marx dabei denkt. Bleibt zu fragen, was genau das für eine praktische Welt denn bitte schön sein soll, die den armen Philosophen genau jene Restriktionen auferlegt, die sie handeln läßt, anstatt sich in ihrer moralischen Überlegenheit zu suhlen? Manchmal lese ich Hausarbeiten, die fangen mit solchen Sätzen an: „In einer Gesellschaft, wie heute…“ oder „In einer Welt, in der…“. Das sind dann jeweils jene Residuen, die nicht näher erklärt werden sollen, aber in ihrer Evidenz alles erklären können. Insbesondere die Relevanz und Schlagkraft der „Argumente“, die dann folgen. Lange Rede, kurzer Sinn: die Wall Street erzittert schon vor der Tatkraft von J.M. Bernstein. Na dann…

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